„Aufgepasst Kängurus,...jetzt komm' ich!“

21November
2014

Warum ich den "Kaffee auf" habe :D

Guten Tach mal wieder!

Ich bin jetzt schon seit mehr als zwei Monaten sesshaft in Sydney. Und kenne die Lage der Viertel in der Stadt schon besser als Zuhause! Nachdem ich nun super viel Glueck bei der Jobsuche als Kitchenhand hatte, hat sich entschieden, dass ich noch bis Anfang Februar im besten und schoensten Cafes Sydney bleibe, um zum ersten Mal im leben zu erfahren, was es heisst zu "arbeiten". Das mit dem "besten und schoensten Cafes in Sydney" war uebrigens kein Scherz.

In der Mitte des Bildes: Die Tische meines Cafés und rechts davon ist der Eingang

Ich kann ja mal so ein bisschen beschreiben was meine Aufgaben sind, um ein bisschen Einblick in meine Arbeit zu geben. Neben dem Hereinholen und Abwaschen der dreckigen Tassen, Glaesern und Untersetzern bringe ich auch die Kaffees zu den Kunden. Damit aber noch nicht genug. Ich muss naemlich auch bei den Kaffees, bei denen andere Bohnen als die Hausmischung ("Goodness Galileo") benutzt werden, dem Kunden sagen woher der Kaffee kommt und wie er heisst. Zum Beispiel bringe ich dann einen Espresso zum Kunden an den Tisch und sage "That is an Espresso for you out of the El Salvador beans called 'San Cayetano', enjoy it!". Also schon ziemlich edel. Ausserdem kann ich mit fuer den Bohnenverkauf zustaendig und muss das Etikett der Verpackung beschriften und die Bohnen nach 250g und 500g abwiegen. (Keine Angst ich habe meine Handschrift veraendert^^). Die Bohnen, die wir verkaufen heissen "Goodness Galileo", "Paracelsus Punch", "Sibila's Brew", "Holy Hildegard!", "Knock Turn", und "Hairy Chest". Diese kommen alle aus der Roesterei von Marickville und deren Herkunft ist ein Geheimnis, damit keiner das Rezept klauen kann. Daneben gibt es dann jeweils eine spezielle Bohnenart, die fuer Filtermaschinen geroestet wurden und eine Bohnenart, die fuer Espressomaschinen geroestet wurden. Die kommen dann zum Beispiel aus El Salvador, Ethiopia, Nicaragua, Kenya oder Rwanda.

Aber auch der Ort, in dem sich das Cafe befindet ist eins der schoensten Gebaeude in ganz Sydney. "The Strand Arcade" ist ein Ueberbleibsel der ersten Einzelhandels Kaufhaeuser, die in Sydney ueblich waren. Erbaut wurde es 1891 und als ich meinen Lebenslauf im Cafe verteilt habe, bin ich zuerst daran vorbeigelaufen, ueberzeugt, dass die so einen unerfahrenen Fritzen wie mich wohl kaum annehmen werden. Aber dann habe ich der Tatsache mal ins Auge geschaut, dass man ja nie wissen kann wie was passieren wird. Und zack. Ein paar Tage spaeter wurde ich wirklich von denen angerufen :D So kann es gehen.

Es sind alles junge Leute die im Cafe arbeiten und dadurch, dass wir nur Kaffee und Heisse Schokolade verkaufen und der Laden ziemlich klein ist, haelt sich die Anzahl, die taeglich arbeiten muss im Rahmen von 5 bis 7 Leuten. Mit der Kasse komme ich mittlerweile auch schon klar, auch wenn es am Anfang eine grosse Ueberwindung war zu versuchen die ganzen Namen der Kunden zu verstehen. Auch dadurch, dass es viele gibt die einen starken auslaendischen Akzent und auslaendischen Namen haben. Soviel zu den Problemen, aber meine Arbeitskollegen sind richtig, richtig, richtig nett und auch wenn man Fehler macht wird man nie dafuer mit boesen Blicken bestraft. Die Arbeitsatmosphaere ist also gut und ich fuehle mich als haette ich dadurch eine grosse Portion an persoenlicher Entwickelung aufgenommen.

Nun zurueck zum Ablauf meiner Arbeit. Sobald die Barister den Kaffee fertig und ein Herz- oder Blattmuster auf den Kaffee gesetzt haben, rufen sie: "Coffee up!". So geben sie mir zu verstehen, dass ich sofort die Taetichkeit unterbrechen soll, die ich gerade mache, um den Kaffee von der Theke abzuholen und auszuhaendigen. Somit ist gewaehrleiset, dass der Kunde den Kaffee so schnell wie moeglich schluerfen kann.

Vor allen anderen Taetigkeiten hat der Kaffe die hoechste Prioritaet! Wenn es dann sehr voll wird kann das schonmal zu einer echten Herausforderung fuer mich werden und ab und zu habe ich im wahrsten Sinne des Wortes den "Kaffee auf" ;D

Seit dem ich in einer WG wohne ist das alltaegliche leben, wie fruehstuecken und duschen, etwas angenehmer. Und auch auf laengere Sicht ist es guenstiger, da die Preise der Hostels ueber Weihnachten und Neujahr um das Dreifache pro Nacht ansteigen sollen. Meine Mitbewohner sind, genauso wie ich, am arbeiten und kommen aus Japan, Sued-Korea, Chile, Holland und Frankreich. Sogar einen Australier haben wir in der WG. Das Apartement liegt ca. 500m entfernt von der "Central Station" und wenn ich zu Fuss zur Arbeit laufe brauche ich ungefaehr eine halbe Stunde.

Mein Bett ist oben rechs im Bild

Als alteingesessener Fahrradfahrer wuerde ja auch gerne mit dem Fahrrad fahren, aber dafuer ist mir die Fahrt auf der Hauptstrasse in der Innenstadt doch zu hektisch ;) Die Australier haben uebrigens schon seit laengerem Helmpflicht auf dem Fahrrad.

Anfang Februar werde ich Sydney verlassen und die "Kaengurujagd" in Richtung Melbourne starten. Das heisst, sofern ich mir bis dahin ein vernuenftiges Auto ergattern konnte. (Mit "Kaengurujagd" ist natuerlich mein Roadtrip gemeint. Ich habe nicht das Beduerfniss nur einem einzigen Kaenguru Schaden zuzufuegen ;)) Auf dem Weg dahin werde ich dann einen Freund aus Hong Kong in Wollongong abholen, den ich in dem "Elephant Backpacker" in Sydney kennengelernt habe. Dann beginnt die Reise durch den Kontinent des roten Sandes.

 

Sommerliche Gruesse von der suedlichen Seite der Erde an die Heimat,

Kaffekoenig Stefano ;)

17Sept
2014

Auf nach Mexiko!

Sydney

 Na was ist das wohl? ;)

 

Dritter Eintrag

Da bin ich wieder! Mann,mann, viel ist passiert und ich habe es immer noch nicht satt ;)

Ich fange mal so an: Dafuer, dass ich mir die andere Seite der Welt so ganz anders vorgestellt habe, ist es ein sehr merkwuerdiges Gefuehl hier in Australien von Ort zu Ort zu reisen, weil man weit von Europa weg, aber irgendwie trotzdem da ist. Wenn man sich in den etwas groesseren Staedten aufhaelt hat man das Gefuehl natuerlich mehr als in kleineren Staedten. Tja, und was soll ich sagen, ich befinde mich gerade in der groessten Stadt Australiens und siehe da, ich fuehle mich ganz und gar als waere ich auf europaeischem Boden. Das Ausmass der Kolonialisierung und der Globalisierung leibhaftig zu sehen ist da schon eine spannende Sache. Ihr seht, dass ich es immer noch nicht glauben kann, dass es soweit von unserem Leben entfernt, soviele Menschen gibt, die auf gleiche Art und Weise ihren alltaeglichen Geschaeften nachgehen. Faszinierend.

Was anders ist, sind hier die Tiere und Pflanzen, die vorallem etwas bunter sind als bei uns und manchmal einfach nur ein witziges Zusatzmerkmal haben, wie zum Beipiel Tauben mit einem Irokesen-Schnitt :D Damit habe ich die Ueblerleitung zu meinen Tiererlebnissen geschlagen und vofuer ist Australien, bekannt?

Ja, genau giftiges, toedliches Getier. Es ist nicht so, dass mir davon schonmal welche begegnet sind, aber als ich auf einem "Bushwalk" in Noosa gemuetlich durch den Wald getrampelt bin und von Laufgeschwindigkeit auf 0 Km/h abgebremmst, und dann auch noch "zurueckgeschleudert" wurde, weil sich mein Gesicht in einem dicken Spinnennetz verfangen hatte, konnte ich ja nicht wissen, dass diese handgrosse Spinne nicht menschenfressend ist. Hinterher sagte man mir dann, dass das mit grosser wahrscheinlichkeit eine Golden-Orb-Spider war, die dafuer bekannt ist, die stabilsten Spinnennetze der Welt zu kacken. Unter starken Halluzinationen, dass jede kleinste Beruehrung an meienem Koerper eine Spinne war, bin ich dann zurueck ins Camp gehastet. (Ich uebertreibe hier nur minimal ;))

Als naechstes habe ich dann aber zum ersten Mal Kaengurus gesehen, die in der Sonne gefaulenzt haben und hin und her gehoppelt sind. Sieht lustiger aus als ich dachte, wenn die herumspringen und sich ab und zu mit ihren kleinen Aermchen am Hintern kratzen. Einige Opossums hangen nachts auch in den Baeumen und haben einen mit ihren grossen Augen angeglubscht.

Von Noosa ging es dann nach Brisbane, wo ich mich sechs Tage lang aufgehalten habe und die Hochhaeuser mit dem Brisbane River erkundet habe. Bis auf den einen Zwischenfall, dass ich von einem Idioten mit meiner eigenen Birne und Orange beworfen wurde, was ich eigentlich ziemlich amüsant fande, war es eine freundliche Großstadt.

 Als naechstes bin ich dann in Byron Bay gelandet, der wohl erste Ort an dem in Australien das Surfen bekannt wurde. Da musste ich dann auch gleich mal meine Kuenste unter Beweis stellen indem ich eine ""Flosse" am Surfboard abgebrochen habe. Naja der Spass war dann also relativ schnell vorbei. Aber am Strand in der Sonne zu liegen tut's auch :D Am gleichen Strand habe ich aber auch gleich vier Delphine gesehen, die sich zu den Surfern gesellt haben! Byron Bay ist gleichzeitig auch bekannt fuer die vielen Leute mit Dreadlocks und Pluderhosen, die sich haeufig am Tag mit wunderwirkenden Zigaretten vergnuegen. Dadurch dass ich in einem 16-Bedzimmer geschlafen habe hat es immer so gerochen, wie in einer Raeucherbude und man konnte abends gemuetlich einschlafen^^

Und da ich schon in so entspannter Verfassung war, habe ich dann auch einen Morgen an einem Yogakurs teilgenommen und den Tag mit einigen Dehnuebungen und einigen zappeligen Bewegungen begruesst :)

Nachdem ich dann auch die Busfahrt nach Sydney hinter mir hatte und nun schon eine Woche hier bin kann ich sagen, dass mir Sydney sehr gut gefaellt! Die Stadt hat schoene Haeuser aus der Zeit von Koenigin Victoria und das Leben hier ist ein Mischung aus Grossstadt, Hafenstadt und Dorf. Ich wohen uebrigens im Viertel Woolloomooloo, wollte ich nurmal so gesagt haben ;P

Ausserdem bin ich ab morgen Bauarbeiter und kann erstmal meine Reisekasse auffuellen!! Da ist man doch schon erleichtert, wenn man einen Job gefunden hat. Froh war ich auch, als man bei der Registrierung fuer einen Job zuerst ein Video ueber Vermeidung von Rueckenproblemen sehen musste, das hat mich doch schon sehr beruhigt :D Sonst sind die auch sehr auf die Sicherheit der Arbeiter bedacht, weil ich ja jetzt schliesslich im gefaehrlichsten Berufsbereich Australiens arbeiten werde. Guten Aussichten, oder?^^ Stahlkappenschuhe und ein Arbeitst-shirt habe ich mir schonmal besorgt und dann kann es morgen frueh losgehen, ich bin gespannt!!

Jetzt muss nur noch geklaert werde, warum der Titel "Auf nach Mexiko!" heisst. Und zwar musst ihr euch jetzt mal ne Australien karte schnappen und euch angucken wo die Staaten Queensland und New South Wales liegen. Die Queenslaender nennen den Staat NSW naemlich Mexiko, weil die Bewohner von NSW in den Wintermonaten in das sonnige Qld reisen ("fluechten"), um der Kaelte zu entkommen :D

Ich habe mitlerweile Qld verlassen und befinde mich nun in NSW, also Mexiko :P

Cheers, Stefano

07Sept
2014

Reise, Reise

Surf- und Hippieort Byron Bay

 

Zweiter Eintrag

Danke für die Kommentare bisher, schön von euch zu hören!

Heute nur ein kleiner Beitrag der letzten Wochen, quasi als Vorgeschmack für den nächsten ausfürlicheren Eintrag.

Da werde ich euch dann von einer Gesichtsbremse in ein Spinnennetz, von hoppelnden Kängurus, von surfenden Delphinen und zu guter Letzt von lebenden Hippies erzählen. 

Morgen geht es in einer knapp 14 stündigen Busfahr nach Sydney und dann sehen wir mal weiter.

"No Worries!" ist hier ersteinmal mein Motto :)

 Bis dann, Stefano

 

20August
2014

Hey Mates!!!

1770/Agnes Water
 
Endlich der erste Blogeintrag!
Die ersten Zwei Wochen, die ich jetzt schon in der Ferne bin, habe ich sehr intensiv erlebt und musste erst einmal die ganzen neuen Eindruecke verkraften, und auch die Situation realisieren in der ich mich jetzt fuer eine laengere Zeit befinde:
 
Weit, weit, verdammt weit weg von der Heimat!
 
Das war es ja auch, was den Reiz ausgemacht hat hier her zu kommen. Aber wenn man mit vielen Erwartungen ankommt und ersteinmal erlebt, dass diese Erwartungen quasi von der Realitaet erschuettert werden, muss man damit verssuchen klar zu kommen. (Ich kann hier ja nicht schon so schell wieder weg ;))
So war es also in Cairns. Nachdem ich meinen 25 Stunden langen Flug hinter mir hatte, stellte ich fest, dass es regnete, "kalt" war und kein stilles Oertchen, sondern von Backpackern und Touristen ueberflutet. Obwohl ich mich doch weit entfernt von der Menscheheit befand (zumindest dachte ich das). Und, wie finde ich Arbeit? Wie laeuft das hier uebrehaupt?  Eine starke Niedergeschlagenheit hat sich in mir breit gemacht und schnell entschied sich dann dieser Touristen-Metropole zu entfliehen und ab in den Sueden, entlang der Ostkueste, zu fahren.
Das heisst ich wollte erstmal die Reiselust wieder entdecken und mich an das Leben eines Backpackers gewoehnen. Und das ohne mir Gedanken machen zu muessen, wie viele Steine noch auf meinem Weg liegen und wie schwer es sein wird sie zu entfernen.
 
Der Plan ging dann auch heute in Erfuellung! Das Eis wurde doch tatsaechlich vom Surfen, im mittleweile viel ruhigeren und freundlicheren 1770 , gebrochen. Dem noerdlichsten Punkt an dem man in Australien Surfen kann. Mittlerweile kann ich es geniessen und man hat sich schon etwas an das Herumtingeln gewoehnt. Zum Beispiel bin ich jetzt nicht mehr so nervoes, wenn ich in ein neues Hostel gehe und die Tuer zu meinen unbekannten Mitbewohnern oeffne ;)
 
Aber nun zu meiner Reise-Route bisehr:
Angefangen in Cairns bin ich ueber Airly Beach mit dem "Premier Bus" direkt nach 1770 gefahren. In Airly Beach habe ich mir einen Segelausflug fuer zwei Naechte zu den wunderschoenen Inseln der Whitsundays gegoennt und einige nette Leute kennegelernt. Anstatt Muscheln, die am Strand liegen, findet man hier versteinerte Korallen!! :-o
 
Whitehaven Beach
 
Und der weisse, weiche Sand gibt einem aufjedenfall ein richtige Urlaubsgefuehl. Von Hollaendern ueber Italienern, Franzosen, Schweden und hauptsaechlich Deutschen, reisen hier auch noch viele andere Nationen herum. Die Atmosphaere in den Hostels ist sehr freundlich und man kommt schnell miteinander ins Gespraech.
 
Bald steht noch ein Kanuausflug in Noosa auf dem Plan und dann moechte ich auf nach Sydney um als Kellner zu arbeiten, oder aehnliches. 
 
Viele sonnige Gruesse nach Hause, Stefano
13Mai
2014

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.